Körperkultur, Pflege und das Bad gehören zur menschlichen Kulturgeschichte


Natur- und frühe Kulturvölker machten es sich leicht. Sie stiegen zum Baden ganz einfach in Flüsse, Seen oder ins Meer. Die Griechen hatten es dann schon besser: Zur Zeit Homers kannten sie bereits die Badewanne.

Auf der Burg von Tiryns wurde ein Baderaum mit Resten einer tönernden Badewanne aus dem Jahre 1400 vor Christus gefunden. An den Kultstätten verbanden die alten Griechen das Bad auch gleich mit religiösen Riten. Für die alten Griechen und die Roemer war das Bad gleichzeitig auch ein Kommunikationszentrum, ein "Kaffeehaus im Bade", streng geschlechtergetrennt zur Wahrung von Moral und Ordnung.
In unseren Breiten waren in der mittelalterlichen Stadt Badehäuser verbreitet, teils geschlechtergetrennt, oft jedoch nur durch eine Holzwand. Es wurde üblich, Badekuren zu veranstalten. Dirnen boten ihre Dienste in Badehäusern an.


Die christliche Kirche war später vom Bad als gesellschaftliches Ereignis nicht mehr so angetan, witterte sie doch einen Sündenpfuhl in den gemischten Badehäusern, wo sich Männlein und Weiblein gemeinsam in den Zubern tummelten.


Und dann kam das vorläufige Aus für das Bad. Die aufgeklärten Franzosen "badeten" zwar förmlich in Parfüm und Duftwässerchen, mieden das Wasser aber "wie die Pest".


Erst um die Jahrhundertwende entstanden wieder große Bäder als Volksbad. Neue Hygiene - Vorstellungen brachten wieder die Sauberkeit nach Europa, doch das Badevergnügen, die Entspannung im Bad, war noch in weiter Ferne: "Nasszellen" heißen die winzigen Bäder der "Plattenwohnungen".